Edelbrände selber machen

Wir zeigen Ihnen hier wie man eigene Früchte am besten selbst Zuhause einmaischen kann. Generell gilt dabei, das fast alle Früchte auf die gleiche Art eingemaischt werden. Wir verwenden in unserem Beispiel Aprikosen.

Es empfiehlt sich alle Früchte schon bei der Ernte vorzusortieren, denn nur aus guten Früchten kann auch sich ein gutes Arome und ein guter Brand entwickeln. Verwenden Sie am besten nur vollreife und makellos schöne Früchte



Früchte zum Einmaischen am besten erntefrisches Obst verwenden

Nur sauberes, reifes und makelloses Obst verwenden

Um später beim vergären Probleme zu vermeiden, sollte das Obst gewaschen werden. Überhaupt ist die Hygiene beim einmaischen wichtig. Auch alle verwendeten Geräte, Schüsseln und Gärbehälter sollten unbedingt sauber, am besten sogar steril sein (Händewaschen nicht vergessen). Steril wird es durch abkochen, bei normaler Verschmutzung kann auch das waschen mit heißem Wasser ausreichen. Wenn Sie sicher gehen möchten, dann können Sie Ihre Gerätschaften und Behälter auch mit einer Schwefellösung auschwefeln.



Waschen Arbeiten unter hygienischen Bedingungen ist Grundvoraussetzung

Jetzt beginnt das Einmaischen.

Bei kleinen Mengen kann man einfach alles mit den Händen verrühren und andrücken. Die Früchte müssen dabei nicht komplett zerquetscht oder gar püriert werden. Im großen und ganzen genügt ein einfaches Zerteilen oder Zerdrücken für eine Aromastarlke Ausbeute. Den Rest erledigt dann die Hefe während der Vergärung. Härtere Früchte wie z.B. Äpfel können Sie auch mit einem Messer in kleine Stückchen schneiden.



Einmaischen Wir zerdrücken unsere "kleine" Menge mit der Hand

Wichtig bei Steinobst: Kerne entfernen

Die Kerne beim Steinobst enthalten Cyanide (Blausäure) und sind stark giftig. Achten Sie darauf die Kerne weitgehend zu entfernen. Falls Sie mit einer Maschine einmaischen und Ihr Obst zerkleinern, dann passen Sie auf dass Sie keine Kerne dabei beschädigen. Eine kleine Menge an Kernen ist aber vor allem beim Kirschbrand wichtig um das gewünschte leicht bittere Nebenaroma zu erhalten. Auch beim Slibovitz (Zwetchge) kann eine kleine Menge Kerne in der Maische verbleiben.

Tipp: Äpfel- oder Trauben zählen nicht zum Steinobst. Sie können die Früchte unbesorgt mit Stumpf und Stiel einmaischen.



Kerne entfernen Beim einmaischen müssen die Kerne von Aprikosen, Kirschen oder Zwetscgen entfernt werden!

Für einen perfekten Gärverlauf den PH Wert messen

Im Idealfall sollte Ihre Maische einen PH Wert von etwa 3,5 haben. Je nach verwendeter Frucht kann das aber auch deutlich höher liegen. Dann müssen Sie nachsäuern. Theoretisch genügt es etwas Zitronensaft zuzugeben, aber besser für die Hefe und die spätere Alkoholausbeute ist ein Ansäuern mit Milchsäure.

Tipp: in der gerblichen Brennerei verboten: wenn Sie eine höhere Alkoholausbeute wünschen, dann geben Sie Zucker dazu. Die Hefe wandelt den Zucker in Alkohol. Vor allem beim Früchten mit weniger "Süße" kann man so den Ertrag stark erhöhen.



Farbvergleich Noch den PH-Wert kontrollieren

Hefe zugeben

Wenn der PH Wert stimmt kontrollieren wir sicherheitshalber noch die Temperatur und geben dann die Hefe dazu. Je nach Hefe kann die Temperatur unterschiedlich sein. Wir verwenden hier eine Reinzuchthefe aus einer Lebendkultur die zwischen 19° und 23° Grad am besten gärt. Wenn es zu kalt ist kommt die Gärung nicht richtig in Gang - bei zu hohen Temperaturen stirbt die Hefe ab. Achten Sie darauf das Ihre Maische die richtige Temperatur hat!

Tipp: Verwenden Sie im Sommer oder in südlichen Ländern Turbohefe, dann können Sie bis zu 31° Grad vergären.



Mit einem Gärspund wird alles besser ...

Wir haben uns die Mühe gemacht unsere Maische in einen Glasballon umzufüllen. Sie können natürlich auch andere Gefäße wie Weithalsballons oder Plastiktonnen verwenden. Wichtig ist weniger das Gefäß, als die Möglichkeit es "Bakteriendicht" verschließen zu können. Dank dem aufgesetzten Gärspund samt passender Gummikappe können die entstehenden Gase entweichen, aber keine Bakterien von außerhalb in die Maische gelangen.

Tipp: wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dann können Sie auch Schwefellösung anstelle von einfachem Wasser in den Gärspund füllen.



Vergären und ...

Je nach Hefe, Zuckergehalt und Temperatur kann die Gärung jetzt auch einge Wochen lange benötigen. Das Ende der Vergärung bemerkt man meistens frühzeitig wenn am Gärspund keine Gase mehr entweichen. Lassen Sie die maische dann aber och eine wele nachgären für eine perfekte Aromaausbeute. Gut Ding braucht Weile, sicher werden Ihre Mühen mit einer hervorragenden Maische belohnt. Jetzt müssen Sie nur noch destillieren um den wahren Geist der Maische, Ihren Edelbrand zu erhalten.

Tipp: Filtern Sie die Maische durch ein Tuch um einem Obstwein zu erhalten.




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